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In der Zahnmedizin

Entwicklung der Hypnose in der Zahnmedizin

Solange die Zahnmedizin existiert, suchen deren Anwender nach Möglichkeiten die zahnärztliche Behandlung so angenehm wie möglich zu machen.
Auf das Jahr 1836 geht eine der ersten dokumentierten zahnärztlichen Behandlungen in Hypnose zurück. Der Pariser Arzt Jean-Victor Oudet führte eine Zahnextraktion in Hypnose durch.
Medizin und Zahnmedizin entwickelten sich in rasanter Geschwindigkeit weiter und so auch die Möglichkeiten der Narkose, der Schmerz- und Beruhigungstherapie.
Die Hypnose trat in Konkurrenz zum Lachgas und der Äthernarkose, die von Morton 1846 erstmals demonstriert wurde und die Geburtsstunde der Narkose darstellte.
Im 1. und 2. Weltkrieg standen die medikamentösen Möglichkeiten der Narkose und Schmerztherapie häufig nicht zur Verfügung, so dass die Hypnose in Zahnmedizin und Medizin wieder verstärkt zum Einsatz kam.
Mit fortschreitenden medikamentösen Möglichkeiten wurde die Hypnose jedoch wieder aus der Zahnmedizin verdrängt.
Vielleicht auch von einer Welle der Euphorie für komplementärmedizinische (alternativmedizinische) Verfahren getragen, wünschten sich viele Patienten eine weniger technische und medikamentöse Zahnmedizin. In diesem Bewusstsein erhielt auch die Hypnose wieder die Chance sich in der Zahnmedizin zu etablieren. Stellt sie doch eine sanfte und weitestgehend nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode dar, die sehr individuell auf die Bedürfnisse der Patienten eingeht. Auch viele Zahnärzte mussten feststellen, dass den technischen und medikamentösen Möglichkeiten in der Zahnmedizin, insbesondere in der Behandlung von Angstpatienten, deutliche Grenzen gesetzt sind. Zahnärzte bildeten sich in medizinischer Hypnose fort und die Hypnosetherapeuten aus Medizin, Zahnmedizin und Psychologie schlossen sich in Gesellschaften, wie der DGH, zusammen. Mit der Entstehung der Gesellschaften wurde nicht nur die Fortbildung der Zahnärzte in medizinischer Hypnose gefördert, sondern auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihr. Mit der wachsenden Zahl an Zahnärzten die Hypnose anwendeten erweiterte sich auch das Anwendungsspektrum, das sich heute sehr vielfältig darstellt.

Hypnose in der Zahnmedizin – heute

Die klassische Anwendungsmöglichkeit für eine Hypnose in der Zahnmedizin stellt der Angstpatient dar. Angst und Schmerz zählen zu den Stressoren, die im Körper des Menschen eine stets relativ gleich ablaufende Reaktion auslösen. Eine Steigerung des Sympathikotonus hebt den Organismus innerhalb kürzester Zeit auf ein höheres energetisches Niveau an, seine Leistungsfähigkeit steigt. Die Vorgänge beruhen im wesentlichen auf einer Ausschüttung von Hormonen in die Blutbahn. Aus dieser Freisetzung resultieren eine gesteigerte Atmung, ein schnellerer Herzschlag, ein Blutdruckanstieg und ein erhöhter Stoffwechsel. Bei extrem ängstlichen Patienten stellt schon die zahnärztliche Untersuchung eine Stresssituation dar, die zu o.g. Veränderungen der Vitalparameter führen kann. Auf den Patienten wirken Geräusche, Gerüche, die Erwartung von Schmerzen, das Ausgeliefertsein und die Unübersichtlichkeit der Situation angstaufbauend ein. Auf ungefähr 14 Prozent der Patienten trifft dieses Verhaltensmuster eines sehr ängstlichen Patienten zu.
Ihnen kann mit einer medizinischen Hypnose häufig geholfen werden. In dem tiefen Zustand einer Entspannung kann sich der Patient an einen Entspannungsort zurückziehen, während an seinen Zähnen gearbeitet wird. Der Patient wird in die Lage versetzt, die Behandlung stressfrei zu erleben und damit eine neue Erfahrung zu machen. Sie soll ihn in die Lage versetzen, nach wenigen Sitzungen einer zahnärztlichen Behandlung mit Hypnose, diese auch ohne Hypnose wieder zu „ertragen“. Der Zahnarzt wird dabei nicht psychotherapeutisch tätig, sondern baut sein gesamtes Behandlungskonzept auf Entspannung, Beruhigung und Positiverfahrung auf.
Dieses zahnärztliche Hypnosekonzept ist besonders für die Kinderbehandlung geeignet. Gerade ängstliche Kinder erhalten die Möglichkeit erste positive Erfahrungen mit dem Zahnarzt zu sammeln.
Mit zahnärztlicher Hypnose lassen sich zudem Behandlungserfolge bei Patienten mit einem ausgeprägten Würgereiz, „Kiefergelenk- und Kiefermuskulaturschmerzen“ (CMD) und sogenannten Parafunktionen (Knirschen) erzielen.
In der Regel wird die Hypnose bei all diesen Behandlungsindikationen nicht als alleiniges Therapeutikum eingesetzt, sondern in Verbindung mit den „üblichen“ zahnärztlichen Behandlungsmethoden. Diese „Kombinationstherapie“ scheint den größten Erfolg zu versprechen und eröffnet Ihnen eine neue Dimension der Zahnbehandlung.


Presseartikel

Bayerisches Zahnärzteblatt Nr. 4 / April 2006

"Integrative Anxiolyse"
Der Fall P.: Zahnärztliche Hypnose bei psychischer Schwerstbehinderung

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Korrespondenzadresse: Univ. Lekt. Prim. DDr. Gerhard Kreyer
                                  Kremser Str. 9, A-3550 Langenlois